Stefano Ghisolfi eröffnet Erebor 9b/+

Am 8. Januar hat der Athlet aus Turin des Teams La Sportiva in Arco die Erstbegehung der Erebor, einer Kletterroute mit Schwierigkeitsgrad 9b/+ geschafft. Es ist die erste Route, die von Ghisolfi gesichert wurde, und gleichzeitig auch die schwierigste Sportkletterroute Italiens.

Stefano Ghisolfi eröffnet Erebor 9b/+

Am Freitag, 8. Januar 2020 hat der Ambassador von La Sportiva Stefano Ghisolfi ein weiteres wichtiges Ziel errungen und Italien Erebor vermacht, die erste Route 9b/+, sowie die italienweit schwierigste Sportkletterroute überhaupt.

Stefano hat im vorigen Juni die Route persönlich gesichert - unter der aufmerksamen Kontrolle von Severino Scassa. Die Linie erstreckt sich über 20 Meter, zwischen der 7c+ The Scorpion King und der 8b/+ Gravity Games, in der berühmten Wand der Klause von San Paolo. Die 45 Bewegungen der Route wechseln zwischen mehrheitlich kleinen und nahe aneinanderliegenden Greifstellen und Stellen mit größerem Abstand. Stefano definiert die Linie insgesamt als „recht abwechslungsreich und in der perfekten Länge für einen Boulderweg, jedoch mit einem gewissen Widerstand am Ende.“

Auf die Idee zu diesem Projekt kam der aus Turin stammende, aber mittlerweile am Gardasee lebende Kletterer im letzten Frühjahr, nach dem ersten Lockdown. Er hatte diese noch unberührte Wand in der Nähe der Felsklippe von Arco entdeckt und beschlossen, eine Linie zu sichern. Für Stefano war es auch in diesem Sinne der erste Versuch. „Es hatte bisher noch keiner daran gedacht, diesen Felsteil zu begehen, auch wenn eigentlich Platz da war, um einen unabhängigen Weg zu schlagen."

Nachdem Stefano die Route gesichert hatte, ging es mit den Kletterversuchen an der heute schwierigsten Sportkletterroute Italiens los. Das Projekt Erebor musste im Sommer vorübergehend ausgesetzt werden, als Stefano nach Norwegen reiste, um zum ersten Mal die Chance zu wiederholen. Bei seiner Rückkehr nach Arco machte er sich aber sofort wieder an die Arbeit.

Und so kam es am 8. Januar bei einer für den Gardasee ungewöhnlich klirrenden Kälte endlich zur heiß ersehnten Begehung. „Den ganzen Tag habe ich nur über die eisige Kälte gejammert und war mir absolut sicher, die Route wohl erst im März durchklettern zu können. Ich kam einfach nicht über die erste Schlüsselstelle hinaus, weil ich die Griffe nicht spürte. Dann habe ich beschlossen, es nach dem ersten dynamischen Sprung bis zur Kette zu versuchen – und auf einmal ging mir alles leicht von der Hand. Da habe ich verstanden, dass man auch unter solchen Bedingungen klettern kann.“

Nach Change und Perfecto Mundo ist laut Stefano die Erebor die drittschwierigste Route in seinem Palmares. Nicht so intensiv, dass sie den vollen Grad 9b+ erreichen könnte, aber immerhin die schwierigste in Italien. Außerdem ist diese Begehung besonders kostbar - denn eine unabhängige Route zu sichern, und dann noch der erste zu sein, der sie begeht, ist sicher eine doppelte Genugtuung!

Wenn Du eine Route angehst, die bereits von anderen eröffnet oder auf jeden Fall schon mal gesichert wurde, dann weißt Du, dass diese Route - zumindest theoretisch – auch bis zum Ende begangen werden kann. Aber wenn Du beschließt, eine neue Route zu sichern, hast Du immer Zweifel, ob das wohl klappt. Dass ich es geschafft habe, macht das Ganze nur noch aufregender. Diese Route zu sichern hat nicht nur bedeutet, etwas Neues zu schaffen: Vielmehr habe ich verstanden, dass sie in Wirklichkeit schon seit vielen Jahren in der Wand lag. Ich habe einfach eine neue Möglichkeit entdeckt, die ich schon seit Jahren vor mir liegen hatte - und das in Arco, ausgerechnet dort, wo ich lebe! Ich habe mich für den Namen Erebor entschieden, weil er ähnlich wie die Wand klingt, aber auch zu Ehren des Einsamen Berges aus dem Herr der Ringe.“

 

 

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