Axelle Mollaret, Kind der Berge

Axelle Mollaret, Kind der Berge

Hier geht es ums Gewinnen. Sie ist Spitzensportlerin mit einem unverwechselbaren Stil. Axelle Mollaret überwindet sich selbst – und die Konkurrentinnen – mit Klasse, indem sie einen Rekord nach dem anderen pulverisiert mit gewaltigen Skialp-Leistungen. Belastbarkeit, Bescheidenheit und Hartnäckigkeit ist ihr Mantra, das Sammeln von Goldmedaillen, Weltcups und Weltmeisterschaften ihre Routine. Weltmeisterin im Teambewerb, Zweite im World Cup sowie der zweite Platz bei der Pierra Menta sind nur die letzten Ergebnisse ihrer traumhaften Erfolgsbilanz. Axelle Mollaret ist ein Kind der Berge. Ihr Schicksal zeichnet sich auf der Bühne des Grande Course ab: Geboren und aufgewachsen in Arêches-Beaufort, Schauplatz der magischen "Pierra", ist die französische Topathletin mit dem Skialp-Champion Xavier Gachet verheiratet, mit dem sie vor einigen Monaten ein Baby bekam. Nach ihrem Mutterschaftsurlaub kam sie mit der gleichen Entschlossenheit und der gleichen Moral zurück: denn ein Champion ist man auch abseits der Piste. Im Sommer stellte sie sich den Herausforderungen jenseits der Baumgrenze beim Kilometro Verticale – nur um sich fit zu halten – und wenn sie nicht gerade ihren Meistertitel verteidigt, arbeitet sie als Physiotherapeutin. Seit fünf Saisonen ist sie Top-Athletin im Team von La Sportiva und Mitglied der französischen Skibergsteiger-Nationalmannschaft. Ein Team, das das Unternehmen aus dem Fleimstal (Trentino, Dolomiten) seit drei Saisonen als Hauptsponsor unterstützt. Das Geheimnis von Axelle Mollaret? Gib niemals auf. Chapeau, Frau Champion.

 

Mollaret, erzähl uns deine persönliche und professionelle Geschichte.

„Mit 11 Jahren habe ich gemeinsam mit meinen Eltern mit dem Skibergsteigen angefangen, mit 15 Jahren habe ich mein erstes Rennen bestritten: Seitdem habe ich nicht mehr aufgehört! Seit 2014 arbeite ich auch als Physiotherapeutin in Arêches-Beaufort, meinem absoluten Lieblingsort, wo ich geboren wurde, lebe und täglich trainiere. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten, das Skibergsteigen auszuüben. Es ist ein echter Spielplatz für viele Enthusiasten.“

 

Wie hat sich die Welt des Skibergsteigens in den letzten Monaten, nach der Pandemie, verändert? Wie stellst du dir die Verbreitung dieser Sportart in Zeiten der Corona-Pandemie vor, wenn man betrachtet, dass man mit dieser Disziplin den notwendigen Abstand einhalten und sich gleichzeitig im Einklang mit der Natur regenerieren kann?

„Wegen Covid19 waren in diesem Winter die Lifte geschlossen und viele Leute sind zum ersten Mal auf Skitour gegangen, weil es die einzige Möglichkeit war, Ski zu fahren. Ich habe mit vielen neuen Menschen gesprochen, die wirklich begeistert sind, diese Aktivität entdeckt zu haben. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Jahren viel mehr Leute mit Fellen unter den Skiern sehen werden, auch wenn die Skigebiete geöffnet sind.“

 

Skibergsteigen ist eine Einzeldisziplin. Wie ist die Stimmung innerhalb der französischen Nationalmannschaft? Gibt es mehr Konkurrenz untereinander oder mehr Solidarität?

„Es gibt einen großartigen Teamgeist in unserer Nationalmannschaft, wir haben Glück! Auch wenn es ein Individualsport ist und jeder Athlet seine eigenen Ziele hat, so ist die Gewissheit, dass wir uns aufeinander verlassen können, eine wesentliche Stärke von uns.“

 

 

Im Skibergsteigen bist du Weltmeisterin. Gibt es einen Athleten oder etwas anderes, das du fürchtest?

„Ich fürchte keine Rivalen, denn ich mag Wettbewerb und Konfrontation. Ich bin es sicher nicht gewohnt, ein Rennen zu „verlieren", und aus diesem Grund versuche ich immer, in jedem Moment mein Bestes zu geben.“

 

Du hast gesagt: „Nimm die Zeit zum Leben und um dich umzuschauen. Vergiss die Eile und tue das, was du liebst.“ Schaffst du es bei Skitourenrennen, diese Gelassenheit zu erreichen? Hast du nicht genug davon, gegen die Uhr zu kämpfen?

„Nein, dieser Satz bezieht sich mehr auf das Leben im Allgemeinen als auf die Wettbewerbe. Während des Wettkampfs schaue ich mich sicher nicht um! Ich bleibe auf mein Ziel fokussiert, Aber es bleiben trotzdem viele Erinnerungen in meinem Gedächtnis gespeichert

 

Du bist nicht nur Sportlerin und Mutter, sondern auch Physiotherapeutin. Hilft dir dieser Beruf bei deiner Tätigkeit als Sportlerin und dabei, von den Wettkämpfen abzuschalten?

„Es ist für mich sehr wichtig, neben dem Sport eine andere Tätigkeit auszuüben. So kann ich mich am Montag, nach einem Wochenende mit anstrengenden Rennen, auf etwas anderes konzentrieren. Bestimmt sind meine Kenntnisse und Erfahrungen als Physiotherapeutin auch für meine sportliche Tätigkeit sehr hilfreich.“

 

Wer ist Axelle Mollaret in ihrem Alltagsleben? Was machst du in deiner Freizeit?

„Mein Problem ist, dass ich nicht genug Freizeit habe! Wenn ich die Möglichkeit habe, verbringe ich sehr gerne Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.“

 

Du bist mit Xavier Gachet, einem Skialp-Champion, verheiratet. Ist es langweilig, sich immer über Skibergsteigen zu unterhalten oder stärkt diese gemeinsame Leidenschaft eure Beziehung?

„Es ist eine einzigartige Chance, unsere Leidenschaft zu teilen. Das spornt uns gegenseitig an, uns ständig zu verbessern und macht auch die Planung des Alltagslebens einfacher, weil wir uns auf Anhieb verstehen.“

 

Du bist gerade aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrt: Du hast aus diesem Grund in der Saison 2019/20 eine Pause eingelegt. Du bist aber sofort wieder fit geworden und erreichst jetzt Topleistungen! Wie hast du es geschafft? Und was willst du Frauen sagen, die befürchten, dass sie aufgrund der Mutterschaft „etwas verpassen“ und weniger leistungsfähig werden könnten (beim Training, im Büro etc....)?

„Mutter zu werden war ein großer Wunsch von mir. In meiner Vorstellung bedeutete „etwas verlieren“ eher, dieses neue Leben nicht zu genießen als ein Rennen oder eine Saison zu verpassen. Ich wusste, dass ich vielleicht eine Saison aussetzen muss, aber ich habe es akzeptiert. Außerdem wurde mein Sohn im August geboren. Ich denke, das war die beste Zeit für mich, was das Training angeht, obwohl ich sicher nicht erwartet hätte, so schnell wieder in Form zu kommen. Es war ein Wagnis, und ich bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe! Ich glaube, dass mich die Kraft meines Babys, das ich weiterhin stille, begleitet.“

 

 

Was ist dein Lieblingsprodukt von La Sportiva und warum?

„La Sportiva Stratos V, der Race-Tourenschuh aus Carbon. Ich trage ihn jeden Tag. Er ist der Begleiter, der mir hilft zu gewinnen!“

 

Wie stellst du dir die Zukunft des Skibergsteigens vor? Könntest du dir vorstellen, an einem Skibergsteiger-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand-Cortina teilzunehmen?

„Die Olympischen Spiele waren nie mein Hauptziel. Aber jetzt kann ich sagen: Wenn Skibergsteigen 2026 zu einer olympischen Disziplin wird, werde ich alles tun, um daran teilzunehmen!“

 

Am Samstag, den 20. und Sonntag, den 21. Februar 2021 fand im Südtiroler Martell-Tal die vierte Etappe des Skialp-Weltcups statt. Den ersten "Overall"-Platz belegt derzeit die Schwedin Tove Alexandersson mit 651 Punkten, dann kommst du mit 603 Punkten. Was sind deine Kommentare zur Etappe?

„Es war ein etwas schwieriges Wochenende für mich. Nach einem ziemlich guten Sprint hatte ich im Einzelrennen einige Probleme. Mir ist es in der Abfahrt sehr schlecht gegangen und es war überhaupt keine gute Zeit für meine Beine. Der zweite Platz ist jedenfalls super. Jetzt muss ich mich ausruhen und vor den Weltmeisterschaften Energie tanken!“

 

Wie schaut deine Zukunft aus? Was sind deine kurz- und langfristigen Ziele?

„Ich mag es nicht, zu weit vorauszuschauen. Mein Projekt ist zurzeit ein Haus zu bauen und vielleicht gemeinsam mit meinem Sohn skizufahren, in ein paar Jahren ;).“

 

 

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