Yukidea 2004, Klettern im Platz auf dem
Palazzo dei Capitani
Ascoli Piceno, 3. Oktober 2004
Photo von Antonio Palermi und Domenico Oddi
Während
eines warmen Herbstsonntages hat in der Altstadt von Ascoli Piceno,
in den Marken, neben dem üblichem Sonntagsspaziergang, eine
etwas sonderbare Kletterei am Palazzo dei Capitani dei Popoli,
einer herrlicher Baut des 12 Jh. stattgefunden.
Im Wohnraum der Stadtbürger, stellt der Palazzo an der Piazza
dei Popoli seit jeher das Zentrum der Hauptstadt dar. Dieser Ort
präsentiert sich ideal auch für Filmzwecke und wurde
erst kürzlich für einen Werbespott verwendet.
Täglich wird der Platz von Ascolanern verschiedener Art gefüllt.
Besonders auffallend sind einige Persönlichkeiten, welche
in anderen Städten sicher ausgeschlossen wären, doch
hier geben sie Leben und Farbe dem Ambiente: so Rita die Verrückte,
Giacomino, Pina Langbart und andere. Neben ihnen zirkuliert hier
die gesamte Gesellschaft: die Politiker, die Stadtverwaltung,
die Pfarrer, jene, welche im Kaffee Meletti ihr Frühstück
genießen wollen, oder solche die im Centrale ein Aperitif
zu sich nehmen. Auch die Kletterer treffen immer zahlreicher ein.
Diese provinzielle Ruhe brauchte einen Hauch Leben, um das Ambiente
aufleben zu lassen. Die unglaubliche Fantasie von Sergio Torquati,
dem Besitzer des Fitnesszentrums Yuki Club in Ascoli Piceno, hat
dann den Rest dazu beigetragen.
Man hat an einen besonderen Tag zur Förderung des Sports
gedacht, welcher mit verschiedenen Facetten geboten wird. Am Sonntag
den 3. Oktober, haben wir dann im Bereich Sportevent Yukidea (Klettern,
Kick Boxing, Kunstturnen, Geschicklichkeitsparcour für Fahrräder,
Tango, Bauchtanz) von den Fenstern des Palazzo dei Capitani del
Popolo zwei Seile Richtung Platz geworfen. Zahlreich war die Neugierde
für diese komische Aktivität am Platz, welche für
die Stadtbewohner vollkommen neu war, obwohl es seit mindestens
dreißig Jahren und verschiedenen Generationen lokale Kletterer
und Alpinisten gibt, welche den lokalen Travertino (poröser
Kalkfels in gelber Farbe, Anmerk. d. Red.) genießen, welcher
typisch für die Bauten der Altstadt ist. Angeregt wurden
sie durch den lokalen Wein und die akrobatischen Klettervergleiche
mit spielerischem Hintergrund.
Stefano Romanucci, ein echter Ascolaner und Klettertalent, war
der erste, welcher zur Statue des Papstes Paul dem III, auf der
Hälfte des Palazzos, hingespreizt hat. Schnell füllte
sich der Platz und jeder starrte den Palazzo an.
Stefano
wurde von einem 11 jährigem Kletterer des BSides begleitet,
Alessandro Oddi (sicher werden wir in Zukunft noch von ihm hören),
nach ihnen folgten noch andere. Um den Tag noch abzuschließen
und den Erwartungen der Kinder gerecht zu werden, welche auf Spiderman
warteten, kam am späten Nachmittag noch der Boulder Weltmeister
Mauro Calibani und somit erzielte die Show ihren Höhepunkt.
Mauro und Stefano haben die Palazzowand mit ein- und zweihändigen
Dynamos, mit Einfingerzügen und Grüße an das Publikum
bewältigt. All das, gespickt mit guter Musik beim Aperitif
und den nicht erforderten Kommentare von Rita der Verrückten.
Der Satz des Tages? Zwei Jungs an der Bar, mit einem Martini in
der Hand sagen, während sie Stefano vom weitem sehen: „Ma
quiss `ndo c....s´ tè? (Aber wo halten die sie?)
Mauro Mongiovì