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51° FILM
FESTIVAL CITTÀ DI TRENTO
 Vom
27. April bis zum 4. Mai fand die einundfünfzigste Auflage
des Filmfestival Internatzionale della Montagna Esplorazione
Avventura „Città di Trento“ statt.
Inzwischen ist das trientner Treffen Richtlinie für die
italienische Bergkultur geworden und steht heuer an einem Wendepunkt.
Neuer Präsident (Italo Zandonella Callegher), neue Direktion
(Roberto Bombardia), neuer Verwaltungsrat und neue finanzielle
Partner. La Sportiva Spa ist Stolz ihren Namen Seite an Seite,
einer so namhaften Veranstaltung zu haben, welche Reich an
geschichtlichem Wissen ist und dieses mit der heutigen Gesellschaft
konfrontiert. Kultur und Tradition, moderne Technologie und
Darstellung. Werte die immer wichtiger sind um mit der Zeit
Schritt zu halten, jedoch ohne die Vergangenheit in Vergessenheit
geraten zu lassen. Die Erinnerung an die Wurzeln, in dessen
Umwelt wir geboren wurden.
Das Hauptthema.
Im heurigen Jahr, jährt sich zum 50. Mal die Erstbesteigung
des Mount Everest. Der Filmfestival, welcher selbst ein halbes
Jahrhundert alt ist, konnte dieses Treffen mit der Geschichte,
des zentralen Symbols des Alpinsmus nicht versäumen. Für
tausende von Alpinisten war der Everest für ein halbes Jahrhundert
Traum und Alptraum. Ein halbes Jahrhundert lang konnte man, bei
der Gelegenheit des Filmfestivals, zahlreiche verschiedene Filme über
diesen Berg sehen: verschiedene Seiten des Berges, Abenteurer und
verschiedene Perspektiven.
Es ist beinahe überraschend festzustellen, wie viel Vitalität
in diesem Bereich steckt und faszinierend zugleich den Wert der
Ideen und der ausgestrahlten Energie zu überprüfen. Im
Alpinismus, wie auch im Filmwesen der Bergwelt. Einzigartig die
Lust, neue Geschichten mit Genauigkeit und Fantasie zu erzählen.
Gerade in letzter Zeit wurde klar, dass der Alpinismus häufig
als Spiel gesehen wird, als eines der schönsten der Welt.
Leider sind die Berge von Problemen umgeben, welche die Alpinisten
kaum lösen werden können, aber sicherlich verstehen.
Deshalb ist der Everest nicht nur mehr ein geschichtliches Symbol,
sondern auch Zeichen von Veränderung oder besser von „Erneuerung“.
Nach der Erstbesteigung des Everest hat sich der gesamte Alpinismus
verändert, da der Wettlauf um die Besteigung des höchsten
Gipfels beendet wurde. Die Ziele wurden „erneuert“,
sehr verschieden und genauso wichtig, aber mit mehr Lebenskraft.
Dasselbe macht auch der Festival. Er steuert mit Energie neuen
Zielen zu und will von Gemütsbewegungen, verbunden mit der
Welt des Berges, der Entdeckung und des Abenteuers erzählen.
Ausstellung Everest.
In Zusammenhang mit dem Filmfestival wurde im Inneren des Palazzo
Trentini, die Ausstellung über die Heldentaten am Mount
Everest abgehalten. Diese Bücherausstellung, über die
Eroberung des Dritten Pols, wurde von Roberto Mantovani und Leonardo
Bizzarro geleitet. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit
der nationalen Bibliothek des italienischen Alpenvereins und
mit der Bergbibliothek des SAT verwirklicht.
Geschichte des Everest.
Am
29. Mai 1953 erreichen der Neuseeländer Edmund Hillary und
der nepalesische Sherpa Tenzing Norgay, den Gipfel des höchsten
Berges der Welt, seit 1856 unter dem Namen Everest bekannt.
Zuvor hatten die anglo-indischen Topographen den Gipfel ganz einfach
mit „Peak XV“ bezeichnet. Heute Everest oder auch Sagarmatha,
wie er auf der nepalesischen Seite genannt wird, oder auch Chomolungma, „Muttergöttin
der Erde“, nach den Tibetanern. Der derzeitige Ortsnamen
wurde um die Hälfte des 18. Jh., zu Ehren des George Everest,
geprägt. Er war der Verantwortliche des Great Trigomentrical
Survey of Inida, des indischen trigometrischen und geodätischen
Instituts, welches ab 1818 die Aufgabe innehatte, das damals kaum
bekannte indische Territorium zu vermessen. Im Rahmen dieses großen
Projektes wurde die Höhe des höchsten Berges der Welt,
im Jahre 1852, dank der Arbeit der Kartographen und spezieller
optischer Geräte, auch Theodoliten genannt, gemessen.
Nach den ersten Messungen versteht man sehr bald, dass sich die
höchsten Berge im Off-Limits-Territorium befinden. Sie liegen
im Landinneren Nepals und Tibets, welche damals für Abendländer
hermetisch verschlossen waren. Um Messungen aus über 200 Kilometer
Entfernung durchführen zu können, wurden enorme Höhenmesser
von dutzenden von Personen antransportiert.
Die Entdeckung des Everest bleibt lange Zeit reine Theorie, da
es keinem Abendländer gelang, den Berg von Nähe zu bewundern.
Im Jahre 1913 schafft es der englische Kapitän John Noel auf
geheimen Weg über Sikkim, in das Land Tibet. Endlich kann
er, hinter einer bis dahin unbekannten Bergkette, die letzten 300
Meter des konischen Everestgipfels ausfindig machen. Kurz darauf
beginnen die ersten Entdeckungsreisen.
Von 1922 bis 1938 folgen sich sechs englische Expeditionen. Im
Jahre 1922 erreicht man mit Gebrauch von Sauerstoffflaschen eine
Höhe von 8320 Metern.
Im Jahre 1924 werden es 8580 Meter, diesmal jedoch ohne zusätzlichen
Sauerstoff. In dieser Expedition verschwinden zwei angesehene Persönlichkeiten, über
die noch viel erzählt werden wird, George Mallory und Andrew
Irvine. Die Beiden verschwinden in der Nähe des „Second
Step“.
1999 findet eine Expedition den Körper des verschollenen Mallory,
nicht unweit davon entfernt, wo in sein damaliger Kamerad Odell
aus den Augen verloren hatte. Verschiedene Studien und Untersuchungen
ergaben, dass die Beiden wohl kaum schon damals den Gipfel erreichten,
vor allem auch weil sie in den 20iger Jahren nicht im Stande gewesen
wären den VI Grad im darauf folgendem Stück auf 8000
Meter Höhe zu bewältigen.
Es folgen zahlreiche Versuche. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschleunigt
sich der Wettlauf um den Gipfel enorm. Der „Dritte Pol“,
so wird der Everest noch genannt, wird immer begehrter, weil er
als wichtigstes Ziel, zum Symbol der modernen Entdeckungsreise
geworden ist.
Im Jahre 1952 erreicht ein starkes schweizerisches Team eine Höhe
von 8600 Metern, sie sind aber dann durch Probleme an den Sauerstoffgeräten
zum Rückzug gezwungen.
Auf den Gipfelansturm wird man noch ein weiteres Jahr warten müssen.
Um 11:30 Uhr, des 29. Mai 1953 erobern Hillary und Norgay die Spitze
des Planeten, ein taschentuchgroßer Flecken Schnee, projiziert
auf fast 9000 Metern Höhe. Zum ersten Mal erreichen Menschenfüße
diese „neue Welt“ und die Augen der Gipfelstürmer
schweifen und bewundern den Globus, von einer vollkommen neuen
Perspektive. Eine Zeitgrenze wurde überschritten und zugleich
eine neue geschaffen.
Die Filmpreisträger.
Während der Wettbewerbszeit wurden 71 Filme von einer internationalen
Jury, dessen Vorsitz der bekannte Regisseur und Alpinist Kurt Diemberger
innehat, geprüft. Weitere Mitglieder der Jury waren: Henri
Agresti (Frankreich), Spiro Dalla Porta Xidias (Italien), Leo Dickinson
(Großbritannien) und Marina Razbeshkina (Russland).
Als bester Film gewinnt den Preis „Genziana d’oro,
premio Città di Trento“, der Film Your Himalayans,
des Spaniers Alberto Inurrategi. Die Auszeichnung des Italienischen
Alpenvereins (Club Alpino Italiano), „Genziano d’oro
miglior film d’alpinismo“ (bester alpinistischer Film),
erhält Pensieri nel vento von Ermanno Salvaterra, während
der Preis „Città di Bolzano miglior film di montagna“,
(bester Bergfilm) an die Schwabenkinder des Österreichers
Jo Baier ging.
Vorstellung La Sportiva.
Am
Freitag, 2. Mai um 14:00 Uhr wurde ein Boulderbewerb der besten
Athleten des Teams La Sportiva ausgetragen. Es handelte sich dabei
um einen echten Boulderwettkampf mit direkter Ausscheidung, auf
drei Blöcken im Rotpunktmodus. Ziel war es, eine schnelle
dynamische Vorstellung, ohne Pausen zu bieten.
Der Modus wurde vom Reglement des Franzosen Jacky Godoffe abgeleitet.
Dieses sieht einen Wettkampf mit Direktkämpfe und Ausscheiden
des Schlechtesten vor und zwar so lange bis der Beste übrig
bleibt.
Die gesamte Vorstellung wurde von einem professionellem Speaker
unterstützt, welcher das Publikum mit einfachen, sofortigen
Kommentaren beschäftigte.
Nach der ersten Runde waren zwei Teilnehmer ausgeschieden, weitere
zwei nach der nächsten Runde, dann nur mehr einer. Das Finale
wurde am letztem Problem zu zweit ausgetragen.
Am Ende der Spiele, siegte der amtierende Weltmeister Mauro Calibani
vor Cristian Brenna, dritter wurde der Italienmeister der Disziplin,
Riccardo Scarian. Anwesend waren auch Stefano Alippi, Enrico Baistrocchi
und die Franzosen Antony Lamiche und François Lombard.
Für ca. eine Stunde wurde das zahlreiche Publikum und die
Media von den Bewegungen der Athleten unterhalten.
Oscar Durbiano
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